06.04.21, 13:56:00

Die sehen doch alle gleich aus -- Tod im Gefängnis ... hier: Amed Ahmad

Der syrische Flüchtling Amed Ahmad. war im September 2018 im Gefängnis in Kleve verbrannt.Am 6. Juli 2018 wurde Amad A. nach einer angeblichen Belästigung an einem Baggersee festgenommen. Inhaftiert wurde er u.a. wegen Diebstahlsdelikten, für die aber ein anderer (ein Mann aus Mali) per Haftbefehl gesucht wurde. Die Akten wurden -- war es "Nachlässigkeit", war es "Absicht" ? - zusammengeführt ..
Das es sich um eine (angebliche) "Verwechslung" handelte, fiel der Staatsanwaltschaft irgendwann auf--

Trotzdem saß Amed weitere sechs Wochen in der JVA-Kleve, bevor er nach dem Zellenbrand starb. Ein Ermittlungsverfahren gegen verantwortliche Polizisten wurde eingestellt.
Keine "Verwechslung" sondern Absicht, Willkür, der sich aus einem institutionellem Rassismus ergibt - sagt die Ini Amed Ahmad.. Sie fordert eine lückenlose Aufklärung und eine wache sensible Öffentlichkeit --- ( s.a. dazu: Oury Jalloh oder auch Ferhat Mayouf in Berlin Moabit)

Alles Nähere dazu in einem Interview mit einer Aktivistin

https://initiativeamad.blackblogs.org/wer-wir-sind/

18.03.21, 13:09:00

Pandemie und Gefängnis -- ein Interview mit Klaus Jünschke

https://www.grundrechtekomitee.de/details/isolation-hoch-zehn-der-umgang-mit-dem-virus-im-knast...

Hier der Hinweis zum Interview mit Klaus Jünschke

BAG-S: Infodienst Heft 3/2021 - Arbeit und Haft (vorläufiger Titel) Artikel von dem Interviewten Klaus Jünschke

"....Die Sorge um das Wohlbefinden und die Gesundheit der von
den Coronamaßnahmen durch die soziale Isolation Betroffenen
war so groß, weil die Infektion jeden treffen konnte. Trotzdem
war diese Solidarität begrenzt. In all den oben zitierten
Interviews und Berichten kamen die Gefängnisse und die Gefangenen
nicht vor. Dabei zählen die Gefangenen zweifelsfrei
zu den besonders gefährdeten Risikogruppen: »Während der
Anteil psychischer Erkrankungen in der deutschen GesamtGesamtbevölkerung
bei 27,2 Prozent (EU 27 Prozent) liege, würden
je nach Forschungsdesign der Studien 40 bis 70 Prozent aller
Strafgefangenen in Deutschland psychische Erkrankungen und
Auffälligkeiten aufweisen.«12 Wie in den Jahren davor gab es
hin und wieder in den Medien auch Berichte über Gefängnisse
in der Pandemie, aber ohne dass die geschilderten Folgen
der sozialen Isolation auf ihre Insassen übertragen worden wären.
Das hätte zu grundlegenden Veränderungen der Situation
hinter den Mauern führen müssen. Dies ist offensichtlich nicht
gewollt.
Es ist davon auszugehen, dass die Gründe dafür viel älter sind
als der Strafvollzug selbst..... "

27.12.20, 19:01:00

Antiknastdemo 2020 in Köln ...

Endlich (wieder) gibt es eine Antiknastdemo vor der JVA Köln Ossendorf ... wenn auch in dem Coronajahr unter erschwerten Bedingungen und an einem anderen Tag .. nicht wie traditionell vor vielen Knästen der Welt am 31.12. sondern zumindest hierzulande ein Tag zuvor, am 30.12. ... gab es in den letzten Jahren kleinere Streifzüge und Spaziergänge rund um das Knastgelände nun also eine organisierte Kundgebung/Demo ... wer das nun organisiert hat, unter welchen Bedingungen und welcher Intention, darüber hat Gerd mit Laura gesprochen, von der "Anarchistischen Linken"...möge es laut, fröhlich, wütend, solidarisch werden....

in der Mitte der Sendung sind kurz Originalbeiträge der (Anti)Knastkundgebung 2013 in Köln-Ossendorf zu hören

hier ist der Link zum Original .. auch um mal den längeren Verlauf einer Knastdemo mitzubekommen...

https://archive.org/details/Antiknastdemo2013

Datei herunterladen:
27,3 MB | MP3 | Antiknastdemo 2020 in Köln ...

11.12.20, 20:14:00

MASSAK macht ---- massig Gewinne --mickrige Verpflegungssätze

Von Verpflegungssätzen und „günstigen“ Einkaufsmöglichkeiten
Stellt Euch vor, Ihr geht in den Supermarkt und traut Euren Augen nicht. Ein Baguette 3,14, eine Fleischwurst 7,36 (hat die nicht gestern noch 2,80 gekostet?), ein Stück Gouda 8,82, ein Kilo Schweinegulasch 13,25 – ja sind die denn hier verrückt geworden? Ihr denkt, das gibt es nicht? Leider, leider ist das Realität für viele Gefangene.

Im Gegensatz zu Strafgefangenen dürfen sich die Sicherungsverwahrten selbst verpflegen. So weit, so gut. Dafür erhalten sie einen Verpflegungssatz, der dem Wert der Anstaltsverpflegung entsprechen soll. Diese Milchmädchenrechnung hat leider ein paar Schönheitsfehler. Der Verpflegungssatz liegt derzeit bei 2,41 Euro. Das sind also etwa 70 Euro im Monat. Wenn die Gefangenen allerdings selbst die Haftkosten bezahlen müssen, werden plötzlich über 250 Euro für die Kost berechnet. Kann mir bitte jemand von den Milchmädchen diese Diskrepanz erklären?
Nicht berücksichtigt ist dabei auch, dass die Anstaltsküchen ganz sicherlich nicht in dem eingangs erwähnten Supermarkt einkaufen.

Jetzt wollt Ihr sicherlich wissen, wie denn der ominöse Supermarkt heißt. Es handelt sich um die Firma Massak, die mittlerweile eine Großteil der Knäste beliefert. Gewissermaßen schon ein Monopol hat. Der ehemals kleine Edeka-Händler aus Franken hat sich durch den Knastverkauf ein kleines Imperium aufgebaut

04.11.20, 20:33:00

Der Wiedervereinigung aufs Dach gestiegen --- Teil 2

Fortsetzung der Berichte zweier (Knast) aktivisten zu den Gefangenenaufständen im Jahre 1990 --- hier besonders zu der Revolte in Köln-Ossendorf
Teilnehmer: Gerd und Stewo

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29,9 MB | MP3 | Der Wiedervereinigung aufs Dach gestiegen --- Teil 2