09.06.21, 17:31:00

Trans in Haft : Die Situation der transidenten Person Alexia Metge im Kölner Knast

„Der Knast weiß es besser!“
Das deutsche Knastsystem unterscheidet nur zwischen „Männern“ und „Frauen“, welche nach ihrem ein-
getragenen Geschlecht in die jeweiligen Anstalten gesperrt werden. Das wird „Trennungsgrundsatz“
genannt. Es ist darin nicht vorgesehen, dass eine Person sich nicht mit dem im Ausweis eingetragenen Geschlecht identifizierst. Es ist auch nicht vorgesehen, dass manche Menschen weder Frau noch Mann sind. Trans*Menschen finden in den Strafvollzugsgesetzen der Länder keine Erwähnung.
Wer nicht eindeutig einem der beiden zu trennenden Geschlechter zugeordnet werden kann oder will, trifft im Strafvollzug auf zahlreiche Probleme. Es ist schwerer als draußen sich vor Trans*Diskriminierung zu schützen.
Das nachfolgende Beispiel der transidenten Person Alexia Metge, deren Umwandlungsprozess bei ihrer Inhaftierung noch nicht ganz abgeschlossen war, verdeutlicht das. Dass Gefängnisse und Strafjustiz in der Regel Instrumente der Gewalt und Fremdbestimmung sind, zeigt sich auch in einem solchen „Sonderfall“..

29.04.21, 13:24:00

1. Mai -- Tag der Arbeiter*innen oder der deren Vertretung oder ..wie organisieren sich Gefangene? --- 7 Jahre Gefangenengewerkschaft

" ...Im Knast befanden sich die Arbeitsverweigerer in einer zwiespältigen Situation. Über
Langsamarbeiten, ständige Versetzungsanträge in andere Arbeitsbetriebe, Kritisieren von
arbeitswilligen Häftlingen bis zur totalen Arbeitsverweigerung wehrten sie sich gegen diese
Zwangssituation. Das Einkaufsverbot als Sanktionsmittel nimmt ihnen auch heute noch
jedoch die letzte Möglichkeit, mit den wenigen Kleinigkeiten, wie Tabak, Körperpflegemittel
etc. das Überleben einigermaßen zu ermöglichen. Sie müssen deswegen ihre Arbeitskraft zu
einem Spottpreis verkaufen....“

Zwei Mitglieder der Soligruppe Köln der Gefangenengewerkschaft GG/BO reden über Gründung, Sinn und Probleme, vor allem aber darüber, warum Basisgewerkschaften -- FAU draussen, GG/BO drinnen --- wichtig sind...

06.04.21, 13:56:00

Die sehen doch alle gleich aus -- Tod im Gefängnis ... hier: Amed Ahmad

Der syrische Flüchtling Amed Ahmad. war im September 2018 im Gefängnis in Kleve verbrannt.Am 6. Juli 2018 wurde Amad A. nach einer angeblichen Belästigung an einem Baggersee festgenommen. Inhaftiert wurde er u.a. wegen Diebstahlsdelikten, für die aber ein anderer (ein Mann aus Mali) per Haftbefehl gesucht wurde. Die Akten wurden -- war es "Nachlässigkeit", war es "Absicht" ? - zusammengeführt ..
Das es sich um eine (angebliche) "Verwechslung" handelte, fiel der Staatsanwaltschaft irgendwann auf--

Trotzdem saß Amed weitere sechs Wochen in der JVA-Kleve, bevor er nach dem Zellenbrand starb. Ein Ermittlungsverfahren gegen verantwortliche Polizisten wurde eingestellt.
Keine "Verwechslung" sondern Absicht, Willkür, der sich aus einem institutionellem Rassismus ergibt - sagt die Ini Amed Ahmad.. Sie fordert eine lückenlose Aufklärung und eine wache sensible Öffentlichkeit --- ( s.a. dazu: Oury Jalloh oder auch Ferhat Mayouf in Berlin Moabit)

Alles Nähere dazu in einem Interview mit einer Aktivistin

https://initiativeamad.blackblogs.org/wer-wir-sind/

18.03.21, 13:09:00

Pandemie und Gefängnis -- ein Interview mit Klaus Jünschke

https://www.grundrechtekomitee.de/details/isolation-hoch-zehn-der-umgang-mit-dem-virus-im-knast...

Hier der Hinweis zum Interview mit Klaus Jünschke

BAG-S: Infodienst Heft 3/2021 - Arbeit und Haft (vorläufiger Titel) Artikel von dem Interviewten Klaus Jünschke

"....Die Sorge um das Wohlbefinden und die Gesundheit der von
den Coronamaßnahmen durch die soziale Isolation Betroffenen
war so groß, weil die Infektion jeden treffen konnte. Trotzdem
war diese Solidarität begrenzt. In all den oben zitierten
Interviews und Berichten kamen die Gefängnisse und die Gefangenen
nicht vor. Dabei zählen die Gefangenen zweifelsfrei
zu den besonders gefährdeten Risikogruppen: »Während der
Anteil psychischer Erkrankungen in der deutschen GesamtGesamtbevölkerung
bei 27,2 Prozent (EU 27 Prozent) liege, würden
je nach Forschungsdesign der Studien 40 bis 70 Prozent aller
Strafgefangenen in Deutschland psychische Erkrankungen und
Auffälligkeiten aufweisen.«12 Wie in den Jahren davor gab es
hin und wieder in den Medien auch Berichte über Gefängnisse
in der Pandemie, aber ohne dass die geschilderten Folgen
der sozialen Isolation auf ihre Insassen übertragen worden wären.
Das hätte zu grundlegenden Veränderungen der Situation
hinter den Mauern führen müssen. Dies ist offensichtlich nicht
gewollt.
Es ist davon auszugehen, dass die Gründe dafür viel älter sind
als der Strafvollzug selbst..... "

27.12.20, 19:01:00

Antiknastdemo 2020 in Köln ...

Endlich (wieder) gibt es eine Antiknastdemo vor der JVA Köln Ossendorf ... wenn auch in dem Coronajahr unter erschwerten Bedingungen und an einem anderen Tag .. nicht wie traditionell vor vielen Knästen der Welt am 31.12. sondern zumindest hierzulande ein Tag zuvor, am 30.12. ... gab es in den letzten Jahren kleinere Streifzüge und Spaziergänge rund um das Knastgelände nun also eine organisierte Kundgebung/Demo ... wer das nun organisiert hat, unter welchen Bedingungen und welcher Intention, darüber hat Gerd mit Laura gesprochen, von der "Anarchistischen Linken"...möge es laut, fröhlich, wütend, solidarisch werden....

in der Mitte der Sendung sind kurz Originalbeiträge der (Anti)Knastkundgebung 2013 in Köln-Ossendorf zu hören

hier ist der Link zum Original .. auch um mal den längeren Verlauf einer Knastdemo mitzubekommen...

https://archive.org/details/Antiknastdemo2013

Datei herunterladen:
27,3 MB | MP3 | Antiknastdemo 2020 in Köln ...