18.03.21, 13:09:00

Pandemie und Gefängnis -- ein Interview mit Klaus Jünschke

https://www.grundrechtekomitee.de/details/isolation-hoch-zehn-der-umgang-mit-dem-virus-im-knast...

Hier der Hinweis zum Interview mit Klaus Jünschke

BAG-S: Infodienst Heft 3/2021 - Arbeit und Haft (vorläufiger Titel) Artikel von dem Interviewten Klaus Jünschke

"....Die Sorge um das Wohlbefinden und die Gesundheit der von
den Coronamaßnahmen durch die soziale Isolation Betroffenen
war so groß, weil die Infektion jeden treffen konnte. Trotzdem
war diese Solidarität begrenzt. In all den oben zitierten
Interviews und Berichten kamen die Gefängnisse und die Gefangenen
nicht vor. Dabei zählen die Gefangenen zweifelsfrei
zu den besonders gefährdeten Risikogruppen: »Während der
Anteil psychischer Erkrankungen in der deutschen GesamtGesamtbevölkerung
bei 27,2 Prozent (EU 27 Prozent) liege, würden
je nach Forschungsdesign der Studien 40 bis 70 Prozent aller
Strafgefangenen in Deutschland psychische Erkrankungen und
Auffälligkeiten aufweisen.«12 Wie in den Jahren davor gab es
hin und wieder in den Medien auch Berichte über Gefängnisse
in der Pandemie, aber ohne dass die geschilderten Folgen
der sozialen Isolation auf ihre Insassen übertragen worden wären.
Das hätte zu grundlegenden Veränderungen der Situation
hinter den Mauern führen müssen. Dies ist offensichtlich nicht
gewollt.
Es ist davon auszugehen, dass die Gründe dafür viel älter sind
als der Strafvollzug selbst..... "